What do they speak in Kreuzberg?
Deutsch? Berlinisch? Türkisch? Kurdisch? Arabisch? Türkendeutsch? ‘Kanak Sprak’? Ja, alles irgendwie richtig. Aber vor allem: KIEZSPRACHE! Habt Ihr’s gewusst? An der Uni Potsdam gibt es einen ganzen Sonderforschungsbereich zu diesem adoleszenten Multiethnolekt. Ja, so heißt das.
Und was genau ist das? Kurz gesagt: Eine Varietät des Deutschen, beeinflusst von verschiedenen Migrantensprachen, vor allem Türkisch, sowie von Jugendsprache.
Und wer spricht das? Nein nein, nicht nur unsere juvenilen Mitbürger mit Migrationshintergund, wie man das so schön pc ausdrückt, sondern auch Pubertätsmonster mit deutschem Background, soll heißen ohne Migrationshintergund. Vielleicht hat sich der ein oder andere von Euch schon ab und an genervt von einem Schlagabtausch à la “Alder, was guckstu, bin isch Kino?” – “Hast du Problem, lan?” in der S-Bahn umgedreht, und festgestellt, dass da nicht etwa Ali und Mohammed , sondern Dennis und Justin streiten. (Ich bitte den Plakativismus zu entschuldigen!)
Ein durch und durch aufregendes Thema, nicht nur für Linguisten, wie die breite Aufmerksamkeit der Presse beweist, zum Beispiel hier, hier oder hier.
Zynische Anklagen wie “Kauf dir mal ‘ne Tüte Deutsch!” werden damit zum Teufel gejagt, Vorurteile wie “Die haben nie richtig Deutsch gelernt” als unberechtigt enttarnt. Kiezsprache ist eine Varietät des Deutschen, so wie Berlinisch, Platt oder Bayrisch. Viele Kiez-Sprecher können auch anders, nämlich Standarddeutsch (was auch immer das sein mag). Kiezsprache ist neu, Kiezsprache ist hip, Kiezsprache ist Realität. “Isch komm aus Kreuzberg, du Muschi!” und isch rede krass.
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